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Inception – Stil und Motive

Ein Traum wie in dem Spielfilm Inception.Das zentrale Thema des Films Inception von Christopher Nolan ist die Beeinflussung des Bewusstseins durch gemeinschaftliches Träumen. Dominick Cobb (Leonardo DiCaprio) hat die Fähigkeit, während des Träumens Informationen aus dem Unterbewusstsein seiner Opfer zu entwenden. Er bekommt schließlich den Auftrag, eine Gedankeneinpflanzung (=Inception) vorzunehmen. Seinem Opfer soll er einen bestimmten Gedanken ins Unterbewusste einpflanzen. In grandiosen, teils surrealen Szenen durchdringt Nolan die Welt der Träume und der Realität. Oft weiß der Zuschauer nicht genau, wo die Grenzen verlaufen.

Der Film beeindruckt durch seinen ungewöhnlichen visuellen Stil, die höchst unkonventionellen Motive und die originellen Effekte. Mittels raffinierter Ausstattung und phantasievoller Requisiten zeigt Nolan, wie es während des Träumens in unserem Unterbewusstsein aussieht.

Visueller Stil

Das Problem der vielen Traumschichten, die in einer jeweils anderen Umgebung spielen und leicht zu verwechseln sind, löste Nolan indem er die Traumwelten möglichst unterschiedlich gestaltete und durch die Parallelmontage. Um auf Nachbearbeitungen verzichten zu können, wählte er Locations aus, die leicht zu unterscheiden, z.B. Schneelandschaft und verregnete Stadt. Die Zeitlupe dient zur Steigerung des Spannungsbogens und zur Verdeutlichung der Zeitunterschiede in den unterschiedlichen Traumebenen.

Visuelle Effekte

Einige Szenen wurden durch die aufwändige Computeranimationen unterstützt. Die größte Herausforderung im Bereich visuellen Effekte war die Visualisierung der Schneefestung und deren Explosion. Die Festung wurde als Miniatur im Maßstab 1:6 nachgebaut und fünf Kameras zeichneten die Explosion auf.

Themen und Motive

Im Gegensatz zu thematisch ähnlichen Filmen, wie Matrix und eXistenZ, sind die Welten bei Inception voneinander abhängig. Die Gefühle der Träumer beeinflussen die Traumwelten. Die gefüllte Harnblase eines Träumers sorgt in der Traumwelt für starken Regen und ein Autounfall löst eine Lawine aus. Damit die Inception wirkt, müssen die Gedanken, die dem Opfer “eingepflanzt” werden sollen, stark vereinfacht werden. Cobb löst den ödipalen Konflikt seines Opfers, um die Gedanken erfolgreich zu platzieren. Der Ödipuskonflikt und die Theorie der Verdrängung wurden erstmals von Sigmund Freud beschrieben. Nolan greift beide Motive auf. Das Motiv der Verdrängung taucht in Cobbs Projektionen von seiner Frau Mal auf, die wiederholt in seinen Träumen vorkommt.

Ariadne erkennt diesen Verdrängungsprozess, als sie in Cobbs Unterbewusstsein eindringt. Sie zeichnet ein Labyrinth, das dem Labyrinth des Minotaurus gleicht. Nolan stellt zahlreiche Bezüge zur Religion und Mythologie her. So ist der Name Yusuf die arabische Variante von Joseph. Die biblische Figur verfügte nach dem 1. Buch Mose die Gabe der Traumdeutung. Ariadne hat in der griechischen Mythologie Minotaurus geholfen, dem Labyrinth entkommen. Nolan verwendet weiterhin zahlreiche Elemente des Film Noir, z.B. die Femme Fatale in Gestalt von Mal und die besondere Lichtgestaltung.

Die Frage, ob Cobb sich in der Realität oder im Traum befindet, lässt sich mit mit Platons Höhlengleichnis assoziieren. Ein Träumender weiß demnach nicht, dass er sich in einem Traumzustand befindet. Demzufolge könnte das ganze Leben ein Traum sein und wir bemerken es nicht. Trotzdem handelt jede Figur nach den klassischen Gründen: Cobb entscheidet sich für sein früheres Leben, Ariadne für ein Leben in der Realität und Mal für ein Leben mit Cobb in der Welt der Träume. Die Realität ist demnach keine Frage der Wahrnehmung, sondern vielmehr eine Frage des Glaubens.

Das Ende des Films

Die Schlussszene ist, verglichen mit den übrigen Film, weniger anonym und ausgesprochen authentisch. Sie spielt im Inneren eines Hauses, draußen spielen Kinder. Das Mobiliar im Raum ist aus dunklem Holz. Generell muten die Möbel in Inception stets sehr bedacht gewählt an. Auf einem Tisch liegt Spielzeug und eine Schale mit Obst steht auf einer leicht verrutschten Tischdecke. Nachdem die Realität ständig in Frage gestellt wurde, führt uns das Ende zurück auf den sicheren Boden der Realität.

Der Tisch

Der Tisch ist der beliebteste Treffpunkt der Familie in jedem Haus. Er ist der Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Lebens und der zentrale Ort der Kommunikation. Hier verbringen wir gerne viel Zeit miteinander. Bei der Auswahl eines neuen Esstisches sollten deshalb der eigene Stil und eine gute Qualität im Vordergrund stehen und weniger der Preis. Es ist schließlich der Ort in den eigenen vier Wänden, an dem wir gerne in Gesellschaft essen, trinken, spielen …

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